(Un)Sichtbarkeit der unbezahlten Hausarbeit

Sonntag, 19. Juni 2011 11:11

“Geschichten von Unsichtbarkeit und Sichtbarmachungen. Eine Untersuchung zur unbezahlten Arbeit im Fordismus und Postfordismus.” Das ist der Titel des Vortrages von Anna Hartmann im Rahmen unserer Reihe am kommenden Dienstag, den 21.6.  Sie wird sich damit befassen, wie sich im Laufe der Transformation von Fordismus zu Postfordismus auch die wirtschaftspolitische Einbindung und Sichtbarkeit der unbezahlten Hausarbeit veränderte. War sie in der fordistischen Akkumulations- und Regulationsweise öffentlich wahrnehmbar, zeigt sich heute ein ganz anderes Bild. Durch Gleichstellungspolitiken und die postfordistischen Sozial-, Arbeitsmarkt- und Familienpolitik werden Frauen zur Aufnahme einer Erwerbsarbeit und einer individuellen Existenzsicherung gezwungen. Die unbezahlte Hausarbeit wird dabei jedoch nicht, wie einige Feministinnen der neuen Frauenbewegung forderten, geschlechtergerecht verteilt, oder gar sozialstaatlich integriert, vielmehr verschwindet sie hinter erhöhtem Erwerbszwang und verbleibt bei Frauen als eine individuell zu organisierende Belastung.

Die Veranstaltung beginnt um 18.00 Uhr c.t. und findet im Institut fĂĽr Soziologie der Uni Hannover in Raum A310 statt.

Arbeitsteilung und Reproduktionshandeln…

Freitag, 3. Juni 2011 13:42

… Beharrungstendenzen im Geschlechterverhältnis? Das ist die Frage, mit der sich unsere Referentin Lisa Kellermann im Rahmen ihres Vortrages am kommenden Dienstag, den 7. Juni, beschäftigen wird: Währenddessen egalitäre Einstellungen bezĂĽglich der Geschlechterrollen gesellschaftlich auf dem Vormarsch sind, “hinken” die sozialen Praktiken der familiären Arbeitsteilung den “modernen” Geschlechterbildern weit hinterher. Im Gegenteil scheint sich die Doppelbelastung der Frauen tendenziell noch zu erhöhen, gerade wenn (hoch)qualifizierte – Frauen dem Druck ausgesetzt sind, den VerfĂĽgbarkeits- und FlexibilitätsansprĂĽchen der Arbeitswelt zu entsprechen. Im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen steht Frauen hierfĂĽr zumeist keine Konstellation zur VerfĂĽgung, dass ihnen etwa ein_e Partner_in den RĂĽcken fĂĽr berufliches Engagement „freihält“. Ohne dieses GefĂĽge jedoch scheint eine berufliche Etablierung weiterhin kaum möglich zu sein. Wie die Chancen stehen, dass die skizzierten Veränderungen dennoch zu Verschiebungen hin zu mehr Gleichberechtigung im Geschlechterverhältnis fĂĽhren und die “Krise des Reproduktionsmodells” eine Vorhersage bleibt, will dieser Vortrag nachgehen.

Los geht es wie immer um 18.00 Uhr c.t. im Raum A310, Im Moore 21.

Performing Subjects within Structures?

Sonntag, 22. Mai 2011 18:41

Ein Theorievergleich ist das Thema unseres nächsten Vortrages. Unsere Referentin Stefanie Weuffen vergleicht Geschlecht bei Judith Butler und Axeli Knapp/Regina Becker-Schmidt.

Die prominenteste Vertreterin des Poststrukturalismus, Judith Butler, hat mit ihren Arbeiten zu Geschlecht, Identität und Subjektkonstitution zweifelsohne einen viel diskutierten Paradigmenwechsel innerhalb der Gender Studies ausgelöst. Doch die von ihr entworfene Pluralisierung und Verflüssigung von (Geschlechts)Identitäten blieb nicht unumstritten. Insbesondere Fragen nach der politischen Handlungsfähigkeit der Individuen wurden virulent. Anders ausgedrückt, wie ist Zweigeschlechtlichkeit als soziale Struktur auf der einen und die Subjektkonstitution auf der anderen Seite zu denken und wie sind sie mit einander vermittelt? Wie lässt sich die Kategorie Geschlecht gesellschaftstheoretisch fassen? Becker-Schmidt/Knapp bieten mit ihrem Ansatz Geschlecht als Strukturkategorien zu fassen eine produktive Lösung. Der Vortrag zeigt sowohl die produktiven Möglichkeiten als auch die Grenzen, die in der Verbindung beider theoretischer Zugängen liegen.

Los geht es am kommenden Dienstag, den 24.5., um 18.00 Uhr c.t. – dieses Mal in Raum A416.

Sozial, neoliberal, geschlechtsneutral?

Mittwoch, 4. Mai 2011 19:27

In ungewohnt großen Schritten geht es diesmal voran: Schon nächste Woche, am 10. Mai, findet unsere nächste Veranstaltung statt. Der Titel diesmal:

Soziale “Sicherung” – sozial, neoliberal, geschlechtsneutral? Widersprüche der Sozialstaatsreformen.

Mit der rot-grünen Koalition unter Gerhard Schröder wird ein – oft als „neoliberal“ bezeichneter – paradigmatischer Wandel in der Sozialpolitik verbunden. Der Vortrag wird die programmatischen Veränderungen der Sozialpolitik anhand ausgewählter Aspekte der Sozialstaatsreformen seit Rot-Grün aus einer Geschlechterperspektive betrachten und die Auswirkungen der Reformen auf Frauen skizzieren. Schließlich wird versucht auf die im Titel gestellte Frage zu antworten, wie sozial, neoliberal und „geschlechtsneutral“ die Reformen letztlich sind.

Referentin: Karoline Dietel, BA. Soz.Wiss.

Los geht es um 18.00 Uhr in Raum A310 im Institut für Soziologie der Leibniz Universität Hannover.

Von Magier_innen und Leseratten…

Dienstag, 19. April 2011 19:50

Nach unserem schönen Auftakt zur Geschichte der Geschlechterforschung in Hannover freuen wir uns nun schon auf den zweiten Streich in unserem Sommerprogramm! Am Dienstag, den 03.05.2011, wie immer in Raum A310 (und wie immer um 18 Uhr) erfahren wir mehr ĂĽber Perspektiven der Geschlechterforschung in der Literaturwissenschaft, ĂĽber den Unterschied zwischen Magier-Eltern und Normalsterblichen und natĂĽrlich auch darĂĽber, was das alles mit den Gender Studies an der Philosophischen Fakultät zu tun hat …

Von abwesenden Muggel-Vätern und fĂĽrsorglichen Hexen-MĂĽttern – Geschlechterperspektiven in der Literaturwissenschaft.

In ihrem Vortrag wird Eva Maus Einblicke darüber geben, wie zentral die Kategorie Geschlecht in der Literaturwissenschaft und besonders in der Literaturdidaktik sein kann. Während Mädchen und Frauen hierbei lange Zeit im Mittelpunkt des Interesses standen in Hinsicht auf die Fragen: Schreiben Autorinnen anders als Autoren? Lesen Frauen anders? Was sollen Mädchen lesen?, sind seit dem „PISA-Schock“ nun die Jungen in den Fokus geraten als vermeintliche Problemschüler und Leseverweigerer. Eva Maus wird sowohl den Fragen nachgehen dazu, ob und wenn ja, warum Jungen eigentlich weniger lesen als Mädchen und sie wird en passant einen allgemeinen Abriss über die Geschlechterperspektiven in der Literaturwissenschaft und Literaturdidaktik liefern. Darüber hinaus nimmt der Vortrag Elternbilder als roten Faden auf und diskutiert: Wie ist das Bild von Mutter und Vater in populärer Jugendliteratur? Und wie hat es sich in den letzten hundert Jahren verändert?

Wer? Wie? Wann?

Dienstag, 5. April 2011 20:48

Am Dienstag, den 12. April 2011, um 18.00 Uhr geht es endlich wieder los mit unserer Vorlesungsreihe – und zwar mit einem ganz besonderen Vortrag. Nachdem wir im Laufe des Wintersemesters die Frage nach dem Ende der Gender Studies immer wieder gestreift, aber nie ausfĂĽhrlich diskutiert haben, werden wir uns nun zum Auftakt mit der Geschichte der Gender Studies an der Universität Hannover befassen und dabei eben auch der Frage auf den Grund gehen, warum dieses Angebot abgeschafft wurde.

Wer? Wie? Wann? Die Geschichte der Gender Studies in Hannover

In seinem Vortrag wird sich Sebastian Winter mit der folgenschweren Entscheidung der Philosophischen Fakultät im Jahr 2008, den interdisziplinären Studien- und Forschungsschwerpunkt Gender Studies nicht weiter zu verlängern, auseinandersetzen. Die letzten gebündelten Modul-Angebote sind inzwischen ausgelaufen und vom einst breit gefächerten Angebot finden nur noch vereinzelt und gelegentlich Veranstaltungen mit Geschlechterfokus in den Geisteswissenschaften der Uni Hannover statt. Der Vortrag wird sich mit der Vielfalt beschäftigen, die es an der hannoverschen Uni einst im Rahmen der Geschlechterforschung gab, und Schlaglichter auf zentrale Zusammenhänge der vergangenen Jahrzehnte sowie den sogenannten “Hannoverschen Ansatz” werfen: Was gab es hier? Wann ging es los? Wie kam es zustande? Wer hat wen beeinflusst und was hat das Studium der Gender Studies in Hannover eigentlich so besonders gemacht?

Los geht es um 18.00 Uhr in Raum A310 im Institut für Soziologie der Leibniz Universität Hannover.

Das neue Semester kann kommen!

Sonntag, 20. März 2011 15:22

Wir sind nämlich schon da – mit unserem neuen Programm und sieben spannenden Veranstaltungen zum Thema Gender Studies. Und wie schon im letzten Semester haben wir wieder eine groĂźe Themenvielfalt fĂĽr euch im Angebot: Von Geschlechterperspektiven in der Literaturwissenschaft ĂĽber die “Geschlechtsneutralität” im sozialen Sicherungssystem bis hin zu einem Theorievergleich zwischen Judith Butler und Axeli Knapp/Regina Becker-Schmidt – um nur drei der Themen zu nennen. Den Rahmen wird in diesem Semester die Auseinandersetzung mit Gender Studies an der Leibniz Universität Hannover bilden. So werden wir uns bei der Auftaktveranstaltung am Dienstag, den 12.4.2011, gemeinsam mit unserem Referenten Sebastian Winter mit der Geschichte der Gender Studies an der Universität Hannover befassen. Das ganze Programm findet ihr hier.

Veranstaltungstipps

Sonntag, 13. Februar 2011 16:13

Solange wir uns noch mit den Planungen fĂĽr das Sommersemester 2011 beschäftigen, wollen wir euch eine Reihe von Veranstaltungen ans Herz legen. Welche das genau sind, könnt ihr auf der Seite Termine sehen. Ăśber Hinweise von euch freuen wir uns natĂĽrlich auch immer – mailt eure Veranstaltungstipps einfach an kontakt@genderstudies-revisited.de.

Zuletzt sei der geneigten Leserin und dem geneigten Leser noch die LektĂĽre des aktuellen Newsletters der Graduiertenakademie der Uni Hannover und insbesondere der Artikel “Gender Studies Revisited. Initiative fĂĽr geschlechtersensible Forschung” empfohlen.

Alles hat ein Ende…

Sonntag, 23. Januar 2011 16:37

… auch das Wintersemester und so findet am kommenden Dienstag, den 25.1., der letzte Vortrag unserer kleinen Reihe statt. Euch sei aber schon verraten, dass es nur vorläufig der letzte Vortrag ist – wir befinden uns gerade in den Planungen fĂĽr eine Fortsetzung der Reihe im Sommersemester 2011. Aber zurĂĽck zum Thema:

Herr Sekretär, Frau Sekretärin? Aspekte des Geschlechterverhältnisses in Gewerkschaften

Das Geschlechterverhältnis in Gewerkschaften zeichnet sich durch eine strukturelle Benachteiligung von Frauen aus, wie sie sich auch im Bereich der Erwerbsarbeit findet. Der Vortrag zeigt, wo und wie sich diese Benachteiligung in der gewerkschaftlichen Organisation niederschlägt.

Referent_in: RĂĽdiger Otte, Dipl. Sozialwiss.

Wie immer geht’s um 18.00 c.t. in Raum A210 im Institut fĂĽr Soziologie (Im Moore 21/Vorderhaus) los.

Auf ein Neues!

Sonntag, 9. Januar 2011 20:42

Euch allen zunächst einmal ein fröhliches neues Jahr! Wir hoffen, Ihr seid alle gut reingekommen, hattet einen guten Start ins Jahr 2011 und freut Euch auf Teil 5 unserer Vorlesungsreihe. Am Dienstag, den 11.1., macht Carolin Jaekel mit einem Vortrag über Women, Peace and Security. Genderorientierte Konzepte der Friedens- und Sicherheitspolitik den Auftakt:

In der UN-Sicherheitsratsresolution 1325 heißt es: „Ein Verständnis der Auswirkungen bewaffneter Konflikte auf Frauen und Mädchen kann in erheblichem Ausmaß zur Wahrung und Förderung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit beitragen.“ In diesem Vortrag sollen genderorientierte Normen und Konzepte der Friedens- und Sicherheitspolitik zur Bearbeitung von geschlechtsspezifischer Gewalt in bewaffneten Konflikten herausgearbeitet, in ihrer Umsetzung an dem ausgewählten Beispiel  EUFOR RD Kongo vorgestellt und in ihren Wirkungsmechanismen beurteilt werden.

Wie immer findet die Veranstaltung im Institut fĂĽr Soziologie (Im Moore 21) in Raum A210 statt und beginnt um 18.00 Uhr c.t. Wir freuen uns auf Euch!