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Gender Studies Revisited startete im Wintersemester 2010/2011 mit einer Vorlesungsreihe mit insgesamt sechs VortrĂ€gen zu unterschiedlichsten Themen aus dem Bereich Gender Studies. Im Sommersemester 2010/2011 folgten sieben weitere VortrĂ€ge. Seither finden in loser Reihenfolge Veranstaltungen im Rahmen von Gender Studies Revisited statt. Hier ein RĂŒckblick:
2.11.2010
“Da haben wir noch gar nicht drĂŒber nachgedacht…” Geschlechtsbezogene PĂ€dagogik in der GedenkstĂ€ttenarbeit
Im wissenschaftlichen Diskurs ĂŒber die pĂ€dagogische Arbeit in GedenkstĂ€tten spielt Geschlecht bislang nur eine marginale Rolle. Nur wenige Autor_Innen befassen sich mit der Frage, ob und wie AnsĂ€tze geschlechtsbezogener PĂ€dagogik in der pĂ€dagogischen Praxis der GedenkstĂ€tten umgesetzt werden (können). Welche Rolle die Kategorie Geschlecht in der pĂ€dagogischen Arbeit der GedenkstĂ€tte Bergen-Belsen spielt, darum wird es in diesem Vortrag gehen.
Referentin: Friederike KĂ€mpfe, M. A.
16.11.2010
Health Care Overhaul? Feministische Gesundheitszentren als blinde Flecken des US-Gesundheitswesens
WĂ€hrend sich die öffentliche Debatte ĂŒber PrĂ€sident Obamas waghalsige Umstrukturierung des Gesundheitswesens Mitte 2009 ihrem Höhepunkt entgegenschaukelt, schlieĂt das Ă€lteste feministische Gesundheitszentrum der Neuen Frauenbewegung in akuter Finanznot fast unbemerkt von der Ăffentlichkeit fĂŒr immer seine TĂŒren. Wie es hierzu kam und warum trotz Gesundheitsreform weitere SchlieĂungen folgen werden, erlĂ€utert der Vortrag ebenso wie grundlegende politische ZugĂ€nge zu frauenbezogener Gesundheitsversorgung.
Referentin: Susanne Boehm, M. A.
30.11.2010
Zur Konstruktion der “weiblichen ZuverlĂ€ssigkeit” in der Entwicklungszusammenarbeit
Die hohe RĂŒckzahlungsrate von Frauen bei Mikrokrediten wird als Beleg fĂŒr ihre gröĂere ZuverlĂ€ssigkeit angesehen. Doch sind Frauen tatsĂ€chlich zuverlĂ€ssiger? Inwiefern dieses Denken in die Konzeption von Entwicklungsprojekten hineinspielt und wie es von den Frauen selbst wahrgenommen wird, darum wird es in diesem Vortrag gehen.
Referentin: Eva Vojinovic, Dipl. Sozialwiss.
14.12.2010
Von “Reproduktion” zu “Care”. Ăberlegungen zu feministischen Ăkonomietheorien
Im Mittelpunkt des Vortrages stehen verschiedene AnsĂ€tze feministischer Ăkonomie – von marxistischen Theorien aus den 1960ern bis zu aktuellen AnsĂ€tzen zur sogenannten Care-Ăkonomie.
Referentin: Stephanie Heck
11.1.2011
Women, Peace and Security. Genderorientierte Konzepte der Friedens- und Sicherheitspolitik
In der UN-Sicherheitsratsresolution 1325 heiĂt es: âEin VerstĂ€ndnis der Auswirkungen bewaffneter Konflikte auf Frauen und MĂ€dchen kann in erheblichem AusmaĂ zur Wahrung und Förderung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit beitragen.â In diesem Vortrag sollen genderorientierte Normen und Konzepte der Friedens- und Sicherheitspolitik zur Bearbeitung von geschlechtsspezifischer Gewalt in bewaffneten Konflikten herausgearbeitet, in ihrer Umsetzung an dem ausgewĂ€hlten Beispiel  EUFOR RD Kongo vorgestellt und in ihren Wirkungsmechanismen beurteilt werden.
Referentin: Carolin Jaekel, M.A.
25.1.2011
Herr SekretÀr, Frau SekretÀrin? Aspekte des GeschlechterverhÀltnisses in Gewerkschaften
Das GeschlechterverhÀltnis in Gewerkschaften zeichnet sich durch eine strukturelle Benachteiligung von Frauen aus, wie sie sich auch im Bereich der Erwerbsarbeit findet. Der Vortrag zeigt, wo und wie sich diese Benachteiligung in der gewerkschaftlichen Organisation niederschlÀgt.
Referent: RĂŒdiger Otte, Dipl. Sozialwiss.
12.04.2011
Wer? Wie? Wann? Die Geschichte der Gender Studies Hannover.
Nach der folgenschweren Entscheidung der Philosophischen FakultĂ€t im Jahr 2008, den interdisziplinĂ€ren Studien- und Forschungsschwerpunkt Gender Studies nicht weiter zu verlĂ€ngern, sind inzwischen die letzten gebĂŒndelten Modul-Angebote ausgelaufen und finden vom einst breit gefĂ€cherten Angebot nur noch vereinzelt und gelegentlich Veranstaltungen mit Geschlechterfokus in den Geisteswissenschaften der Uni Hannover statt. Der Vortrag wird sich mit der Vielfalt beschĂ€ftigen, die es an der hannoverschen Uni einst im Rahmen der Geschlechterforschung gab, und Schlaglichter auf zentrale ZusammenhĂ€nge der vergangenen Jahrzehnte sowie den sogenannten “Hannoverschen Ansatz” werfen: Was gab es hier? Wann ging es los? Wie kam es zustande? Wer hat wen beeinflusst und was hat das Studium der Gender Studies in Hannover eigentlich so besonders gemacht?
Referent: Sebastian Winter, M.A.
03.05.2011
Von abwesenden Muggel-VĂ€tern und fĂŒrsorglichen Hexen-MĂŒttern – Geschlechterperspektiven in der Literaturwissenschaft.
In der Literaturwissenschaft und besonders in der Literaturdidaktik ist die Kategorie Geschlecht nicht selten zentral. Die MĂ€dchen und Frauen standen dabei lange Zeit im Mittelpunkt des Interesses: Schreiben Autorinnen anders als Autoren? Lesen Frauen anders? Was sollen MĂ€dchen lesen? Seit dem âPISA-Schockâ sind nun die Jungen in den Fokus geraten als ProblemschĂŒler und Leseverweigerer. Aber warum lesen Jungen weniger als MĂ€dchen? Ăber einen allgemeinen Abriss ĂŒber die Geschlechterperspektiven in der Literaturwissenschaft und Literaturdidaktik hinaus soll der Vortrag an einem Beispiel konkret werden: Wie ist das Bild von Mutter und Vater in populĂ€rer Jugendliteratur? Und wie hat es sich in den letzten hundert Jahren verĂ€ndert?
Referentin: Eva Maus, M.A.
10.05.2011
Soziale “Sicherung” – sozial, neoliberal, geschlechtsneutral? WidersprĂŒche der Sozialstaatsreformen.
Mit der rot-grĂŒnen Koalition unter Gerhard Schröder wird ein – oft als âneoliberalâ bezeichneter – paradigmatischer Wandel in der Sozialpolitik verbunden. Der Vortrag wird die programmatischen VerĂ€nderungen der Sozialpolitik anhand ausgewĂ€hlter Aspekte der Sozialstaatsreformen seit Rot-GrĂŒn aus einer Geschlechterperspektive betrachten und die Auswirkungen der Reformen auf Frauen skizzieren. SchlieĂlich wird versucht auf die im Titel gestellte Frage zu antworten, wie sozial, neoliberal und âgeschlechtsneutralâ die Reformen letztlich sind.
Referentin: Karoline Dietel, BA. Soz.Wiss.
24.05.2011
Performing Subjects within Structures? Geschlecht bei Judith Butler und Axeli Knapp / Regina Becker-Schmidt. Ein Theorievergleich.
Die prominenteste Vertreterin des Poststrukturalismus, Judith Butler, hat mit ihren Arbeiten zu Geschlecht, IdentitĂ€t und Subjektkonstitution zweifelsohne einen viel diskutierten Paradigmenwechsel innerhalb der Gender Studies ausgelöst. Doch die von ihr entworfene Pluralisierung und VerflĂŒssigung von (Geschlechts)IdentitĂ€ten blieb nicht unumstritten. Insbesondere Fragen nach der politischen HandlungsfĂ€higkeit der Individuen wurden virulent. Anders ausgedrĂŒckt, wie ist Zweigeschlechtlichkeit als soziale Struktur auf der einen und die Subjektkonstitution auf der anderen Seite zu denken und wie sind sie mit einander vermittelt? Wie lĂ€sst sich die Kategorie Geschlecht gesellschaftstheoretisch fassen? Becker-Schmidt / Knapp bieten mit ihrem Ansatz Geschlecht als Strukturkategorien zu fassen eine produktive Lösung. Der Vortrag zeigt sowohl die produktiven Möglichkeiten als auch die Grenzen, die in der Verbindung beider theoretischer ZugĂ€ngen liegen.
Referentin: Stefanie Weuffen, Dipl. Soz.Wiss.
07.06.2011
Arbeitsteilung und Reproduktionshandeln: Beharrungstendenzen im GeschlechterverhÀltnis?
WĂ€hrenddessen egalitĂ€re Einstellungen bezĂŒglich der Geschlechterrollen gesellschaftlich auf dem Vormarsch sind, “hinken” die sozialen Praktiken der familiĂ€ren Arbeitsteilung den “modernen” Geschlechterbildern weit hinterher. Im Gegenteil scheint sich die Doppelbelastung der Frauen tendenziell noch zu erhöhen, gerade wenn (hoch)qualifizierte â Frauen dem Druck ausgesetzt sind, den VerfĂŒgbarkeits- und FlexibilitĂ€tsansprĂŒchen der Arbeitswelt zu entsprechen. Im Gegensatz zu ihren mĂ€nnlichen Kollegen steht Frauen hierfĂŒr zumeist keine Konstellation zur VerfĂŒgung, dass ihnen etwa ein_e Partner_in den RĂŒcken fĂŒr berufliches Engagement âfreihĂ€ltâ. Ohne dieses GefĂŒge jedoch scheint eine berufliche Etablierung weiterhin kaum möglich zu sein. Wie die Chancen stehen, dass die skizzierten VerĂ€nderungen dennoch zu Verschiebungen hin zu mehr Gleichberechtigung im GeschlechterverhĂ€ltnis fĂŒhren und die “Krise des Reproduktionsmodells” eine Vorhersage bleibt, will dieser Vortrag nachgehen.
Referentin: Lisa Kellermann, Dipl. Soz.Wiss.
21.06.2011
Geschichten von Unsichtbarkeit und Sichtbarmachungen. Eine Untersuchung zur unbezahlten Arbeit im Fordismus und Postfordismus.
Mit der Transformation von Fordismus zu Postfordismus verÀnderte sich auch die wirtschaftspolitische Einbindung und Sichtbarkeit der unbezahlten Hausarbeit. War sie in der fordistischen Akkumulations- und Regulationsweise öffentlich wahrnehmbar, zeigt sich heute ein ganz anderes Bild. Durch Gleichstellungspolitiken und die postfordistischen Sozial-, Arbeitsmarkt- und Familienpolitik werden Frauen zur Aufnahme einer Erwerbsarbeit und einer individuellen Existenzsicherung gezwungen. Die unbezahlte Hausarbeit wird dabei jedoch nicht, wie einige Feministinnen der neuen Frauenbewegung forderten, geschlechtergerecht verteilt, oder gar sozialstaatlich integriert, vielmehr verschwindet sie hinter erhöhtem Erwerbszwang und verbleibt bei Frauen als eine individuell zu organisierende Belastung.
Referentin: Anna Hartmann, Dipl. Soz.Wiss.
05.07.2011
Was nun? Gender Studies an der Leibniz UniversitÀt Hannover
Ein Jahr mit spannenden und vielfĂ€ltigen VortrĂ€gen von Absolvent_innen der Gender Studies an der Leibniz UniversitĂ€t Hannover und vielen angeregten Diskussionen liegt nun hinter uns und die Tatsache, dass die Gender Studies abgeschafft wurden, empört uns noch immer. Deshalb werfen wir in unserer Abschlussveranstaltung die Frage aller Fragen auf: Was nun? Gemeinsam mit euch wollen wir in diesem Workshop ĂŒberlegen, wie es weitergehen kann.
Referentinnen: Susanne Boehm, M.A., und Friederike KĂ€mpfe, M.A.
24.01.2012
Sexualisierte BelĂ€stigung Ăgypten – ĂŒber aktuelle Debatten und gesellschaftliche Platzanweiser.
Mit den jĂŒngsten Medienbildern von ĂŒbergriffigen Soldaten und belĂ€stigten Demonstrantinnen ist dem PhĂ€nomen sexualisierter Ăbergriffe im öffentlichen Raum Ăgyptens die Aufmerksamkeit zugekommen, die trotz Bekanntheit des PhĂ€nomens eher ausbleibt. Die seltene mediale Thematisierung sexualisierter BelĂ€stigung in öffentlichen RĂ€umen Ăgyptens widerspricht der gefĂŒhlten PrĂ€senz des Problems. Immer wieder beschweren sich Touristinnen, aber auch Ăgypterinnen ĂŒber das gehĂ€ufte Vorkommen von sexualisierter BelĂ€stigung. Der Vortrag spĂŒrt diesem PhĂ€nomen nach, blickt auf Debatten hierĂŒber und untersucht das PhĂ€nomen vor dem Hintergrund der Geschlechterforschung. Die Geschlechterrollen und Zuschreibungen werden anhand der Ă€gyptischen VerhĂ€ltnisse untersucht und es wird gefragt, inwieweit sich innerhalb der ErklĂ€rungsansĂ€tze gegen sexualisierte BelĂ€stigung wiederum Festschreibungen finden lassen, die dazu dienen könnten, Hierarchien zwischen den Geschlechtern in Ăgypten dauerhaft aufrecht zu erhalten.
Referentin: Claudia Froböse, Dipl. Sozialwiss.
31. Mai 2012/ Biologie Macht Politik*
Theorien ĂŒber “Eliten” und die Ausgrenzung der “ĂberflĂŒssigen”. Biologie als Klassenkampf
Gesellschaftliche Strukturen und Institutionen (wie z.B. Schulen) sowie die vorherrschende Ideologie stĂŒtzen und reproduzieren soziale Ungleichheit und Ungleichwertigkeit. Mit Andreas Kemper, Mitherausgeber des Magazins fĂŒr studierende Arbeiterkinder âDishwasherâ und Autor des Buchs âKlassismusâ.
5.6.2012
Gender lost in translation. Zur Umsetzung von Gender Mainstreaming im kambodschanischen Kontext.
Gender Mainstreaming ist mittlerweile zu einem Modebegriff in entwicklungspolitischen ZusammenhĂ€ngen und darĂŒber hinaus geworden. Doch was bedeutet Gender Mainstreaming eigentlich, woher kommt dieses Konzept und inwiefern hat es ĂŒberhaupt noch das Potential GeschlechterverhĂ€ltnisse aufzudecken und zu verĂ€ndern? Diese und andere Fragen wird Friederike Beier in ihrem Vortrag am Beispiel der Umsetzung von Gender Mainstreaming in Kambodscha beleuchten. Dabei wird auch der lokale Ăbersetzungsprozess des Gender Mainstreaming-Konzepts angesichts der Umsetzungsschwierigkeiten erlĂ€utert. Da ein VerstĂ€ndnis von lokalen Gender Mainstreaming- Prozessen ohne Kenntnis der jeweiligen gesellschaftlichen Struktur schwierig ist, gibt der Vortrag ebenfalls einen Ăberblick ĂŒber GeschlechterverhĂ€ltnisse in Kambodscha, um Besonderheiten hervorzuheben aber auch Parallelen zu anderen Regionen aufzuzeigen und generelle Analogien verstĂ€ndlicher zu machen.
Referentin: Friederike Beier, Dipl. Sozialwiss.
7. Juni 2012/ Biologie Macht Politik*
Moral und Biologie in aktuellen Debatten zu KriminalitÀt und Kriminalisierung
Der Vortrag stellt anhand der Hirnforschung und deren Infragestellung der Willensfreiheit dar, wie strafrechtlicher Ausschluss neurobiologisch gerechtfertigt werden soll/könnte. Mit Stefan Krauth, Strafverteidiger aus Berlin, Publikationen u.a. zu Willensfreiheit und sozialer Kontrolle.
12. Juni 2012/ Biologie Macht Politik*
Geschlechterrollen und Biologie. NatĂŒrlich, sexy, heteronorm und queer – Geschlechterpolitiken mit Tieren
K. Smilla Ebeling verdeutlicht in ihrem Vortrag, wie dieses âDenken mit Tierenâ u.a. ErklĂ€rungen und Legitimierungen von Geschlecht, SexualitĂ€t und Geschlechterrollen beinhaltet. Mit K. Smilla Ebeling, Naturwissenschaftlerin mit den Schwerpunktthemen Bio-Technologien, Körperdiskurse und Geschlechterkonstruktionen.
20.7.2012/ Die Stiftung Leben & Umwelt lĂ€dt ein…
Die antifeministische MĂ€nnerrechtsbewegung.
Strukturen, Denkweisen und Handlungsmuster
Antifeministische Strömungen gibt es seit es Feminismus gibt. Doch scheinen gerade mit der voranschreitenden VerĂ€nderung der GeschlechterverhĂ€ltnisse anti-emanzipatorische Argumentationsmuster zuzunehmen und die Protagonisten der antifeministischen MĂ€nnerrechtsbewegung melden sich vermehrt lautstark zu Wort â vor allem im Netz: Feministische Blogs oder Blogs, die sich mit Geschlechterfragen befassen, und auch Foren der emanzipatorischen MĂ€nnerbewegung werden attackiert. Antifeminist_innen beklagen die Benachteiligung von Jungen und MĂ€nnern, bezeichnen Feminismus als Ideologie, deren Basis ihrer Ansicht nach der MĂ€nnerhass ist und greifen emanzipationsorientierte MĂ€nner an. âHate Speechesâ, also koordinierte Hasstiraden, gegen einzelne feministische Aktivist_innen und Wissenschaftler_innen sind dabei keine Seltenheit. Doch wer sind die Akteur_innen? Wie sehen antifeministische Argumentationsmuster und Strategien der verschiedenen Gruppen aus? Und inwiefern haben antifeministische Positionen Eingang in Ăffentlichkeit und Politik gefunden?
In seiner Studie âDie antifeministische MĂ€nnerrechtsbewegung â Denkweisen, Netzwerke und Onlinemobilisierungâ, herausgegeben vom Gunda Werner Institut der Heinrich-Böll-Stiftung in Kooperation mit einigen Landesstiftungen, hat Hinrich Rosenbrock den bisher umfassendsten aktuellen Ăberblick ĂŒber die antifeministische MĂ€nnerrechtsbewegung im deutschsprachigen Raum erstellt und sich gerade mit diesen Fragen auseinandergesetzt. Gemeinsam mit ihm sowie Prof. Dr. Rolf Pohl und Wolfgang Faller wollen wir die Ergebnisse der Studie vorstellen und diskutieren.
Unsere GĂ€ste sind: Hinrich Rosenbrock, Verfasser der Expertise âDie antifeministische MĂ€nnerrechtsbewegung. Denkweisen, Netzwerke und Online-Mobilisierungâ, Prof. Dr. Rolf Pohl, Fachbereich Sozialpsychologie am Institut fĂŒr Soziologie der Leibniz UniversitĂ€t Hannover, und Wolfgang Faller, Heinrich Böll Stiftung Rheinland-Pfalz.
Moderation: Susanne Boehm, M.A. und Friederike KĂ€mpfe, M.A.
*Biologie Macht Politik
Wie mit Biologie soziale Ungleichheit begrĂŒndet wird
Nicht nur in der Wissenschaft, insbesondere auch im AlltagsverstĂ€ndnis der Bevölkerung finden sich biologische ErklĂ€rungen fĂŒr menschliches Verhalten, soziale Rollenmuster und gesellschaftliche Hierarchien. In der politischen Argumentation werden Naturwissenschaften herangezogen. Anhand von Genen, neurologischen Prozessen oder Hormonen wird versucht, z.B. Geschlechterrollen, KriminalitĂ€t oder der Aufteilung der Gesellschaft in herrschende Eliten und âUnmĂŒndigeâ Sinn zu geben. Biologisch begrĂŒndete Annahmen ĂŒber Mensch und Gesellschaft haben in Vergangenheit und Gegenwart immer wieder dazu gedient, Herrschaft, Diskriminierung, Ausbeutung und kritiklose Anpassung an kapitalistische Verwertungsstrategien gesellschaftlich abzusichern.
In der Veranstaltungsreihe von Rosa-Luxemburg-Stiftung Niedersachsen, AG gegen Biologischen Determinismus, AStA der Uni Hannover, AG Gender Studies Revisited und GEW ging es darum das politische Argumentieren mit Natur und Biologie aus verschiedenen Perspektiven und in verschiedenen Themenfeldern betrachten, aktuelle Debatten aufnehmen und emanzipatorische Strategien aufzeigen, die es uns ermöglichen, uns informiert, kritisch und differenziert in die Debatte einzumischen.


